Für viele Unternehmen ist die Website heute der wichtigste digitale Kontaktpunkt mit potenziellen Kunden. Häufig ist sie der erste Eindruck, den ein Interessent vom Unternehmen bekommt. Entsprechend groß ist die Unsicherheit, wenn es um die Frage geht, was es kostet, eine professionelle Unternehmenswebsite erstellen zu lassen und welche Leistungen in welchem Preisrahmen realistisch sind.
Dieser Artikel gibt einen praxisnahen Überblick über typische Preisspannen, konkrete Anwendungsbeispiele und häufige Fehler, die Unternehmen bei Website-Projekten machen.
Warum sich die Kosten für eine Unternehmenswebsite stark unterscheiden
Eine Website ist kein Standardprodukt. Unternehmen verfolgen unterschiedliche Ziele, haben verschiedene Zielgruppen und benötigen unterschiedliche Funktionen. Deshalb variieren die Kosten teils erheblich.
Entscheidend für den Preis sind unter anderem:
- Ziel und Rolle der Website im Unternehmen
- Umfang und Struktur der Inhalte
- Designanspruch und Markenwirkung
- Technische Anforderungen und Funktionen
- Suchmaschinenfreundlicher Aufbau
- Wartung und Erweiterbarkeit
Wer eine Website erstellen lassen möchte, sollte daher nicht nur fragen, was sie kostet, sondern vor allem, was sie leisten soll.
Typische Preiskategorien für Unternehmenswebsites
1. Einfache Unternehmenswebsite (ca. 1.000 – 2.500 Euro)
Diese Variante eignet sich für Unternehmen, die online präsent sein möchten und grundlegende Informationen bereitstellen wollen.
Typische Merkmale:
- 3 bis 5 Unterseiten
- Übersichtliche Struktur
- Standardisiertes, responsives Design
- Fokus auf Vorstellung und Kontaktaufnahme
Solche Websites werden häufig von lokalen Dienstleistern oder kleineren Unternehmen genutzt, bei denen die Website primär als digitale Visitenkarte dient.
2. Professionelle Unternehmenswebsite (ca. 2.500 – 6.000 Euro)
In diesem Bereich bewegen sich die meisten Unternehmen, die ihre Website aktiv zur Kundengewinnung einsetzen möchten. Wer hier eine Website erstellen lässt, erhält deutlich mehr strategische Tiefe.
Typische Merkmale:
- Komplexerer Seitenaufbau mit mehreren Leistungs- oder Produktseiten
- Klare Nutzerführung und strukturierte Inhalte
- Individuell angepasstes Design
- Suchmaschinenfreundliche Seitenarchitektur
- Optimierung von Ladezeiten und Usability
Häufig integrierte Funktionen:
- Kontaktformulare mit Vorqualifizierung
- Terminbuchungsfunktionen
- Strukturierte Inhaltsbereiche für Wachstum
Diese Art von Website dient nicht nur der Darstellung, sondern aktiv der Generierung von Anfragen.
3. Erweiterte oder funktionale Unternehmenswebsite (ab ca. 6.000 Euro)
Ab diesem Preisbereich geht es über reine Darstellung hinaus. Die Website wird zur digitalen Plattform.
Typische Einsatzbereiche:
- Webshops oder Onlineshops
- Kundenkonten oder Login-Bereiche
- Buchungs- oder Reservierungssysteme
- Kunden- oder Anfrageverwaltung
- Mehrsprachige Websites
- Schnittstellen zu externen Systemen
Typische Merkmale:
- Individuelle Konzeption und Struktur
- Maßgeschneiderte Funktionen
- Höherer technischer und planerischer Aufwand
- Erweiterte Sicherheits- und Performance-Anforderungen
Unternehmen, die in diesem Bereich eine Website erstellen lassen, nutzen sie häufig als zentrales Werkzeug für Vertrieb, Service oder interne Prozesse.
Beispiele
Ein lokaler Dienstleister benötigt meist eine klar strukturierte Website, die Leistungen verständlich darstellt und Kontaktanfragen erleichtert.
Ein Unternehmen mit mehreren Angeboten oder erklärungsbedürftigen Leistungen profitiert von einer Website mit strukturierter Nutzerführung und detaillierten Inhaltsseiten.
Ein Handelsunternehmen benötigt zusätzliche Funktionen wie Produktverwaltung, Zahlungsabwicklung und Bestellprozesse.
Diese Beispiele zeigen, warum Website-Projekte in sehr unterschiedlichen Preisrahmen liegen.
Wovon der Preis konkret abhängt
Die Kosten setzen sich in der Regel aus mehreren Bausteinen zusammen:
- Konzeption und Strukturplanung
- Design und Markenanpassung
- Technische Umsetzung
- Funktionale Erweiterungen
- Inhalte und Texte
- Tests, Optimierung und Launch
Je individueller und umfangreicher die Anforderungen, desto höher der Gesamtaufwand.
Typische Fehler beim Website-Projekt
Fehler 1: Am falschen Ende sparen
Die Website ist oft das erste Aushängeschild eines Unternehmens. Ein guter Vergleich ist ein Restaurant oder Geschäft: Wenn Außenwirkung oder Einrichtung keinen guten Eindruck machen, zweifeln Kunden schnell an der Qualität des Angebots.
Genauso wirkt eine Website. Ein veraltetes Design oder eine unklare Struktur beeinflusst unmittelbar die Wahrnehmung des Unternehmens. Eine professionell umgesetzte Website kann dagegen Vertrauen aufbauen, noch bevor ein persönlicher Kontakt stattfindet.
Fehler 2: Schlechte Auffindbarkeit bei Google
Viele Unternehmen erstellen ihre Website mit Baukastensystemen in Eigenregie. Für sehr einfache Anforderungen kann das ausreichen. Sobald jedoch Sichtbarkeit bei Google und aktive Kundengewinnung wichtig werden, stoßen solche Systeme oft an Grenzen.
Häufige Probleme:
- Eingeschränkte SEO-Möglichkeiten
- Wenig Kontrolle über technische Struktur
- Begrenzte Anpassbarkeit bei Inhalten
Gerade größere Unternehmen profitieren davon, eine Website erstellen zu lassen, die von Anfang an suchmaschinenfreundlich aufgebaut ist.
Fehler 3: Funktionen und Wachstum unterschätzen
Was heute einfach erscheint, kann morgen zu klein sein. Später benötigte Funktionen wie Webshops, Kundenbereiche oder Buchungssysteme lassen sich in vielen Baukastensystemen nur eingeschränkt oder teuer nachrüsten.
Saubere Planung spart hier langfristig Kosten.
Fehler 4: Laufende Kosten und Zeitaufwand falsch einschätzen
Baukastensysteme verursachen meist monatliche Kosten:
- einfache Websites: ca. 15–30 Euro monatlich
- Websites mit erweiterten Funktionen oder Shop: ca. 30–70 Euro oder mehr
Über mehrere Jahre summieren sich diese Kosten erheblich. Hinzu kommt die eigene Zeit für Einrichtung, Pflege und Problemlösung.
Wer eine Website professionell erstellen lässt, zahlt zwar einmalig mehr, profitiert aber oft von:
- sehr niedrigen laufenden Kosten
- voller Kontrolle über Inhalte und Technik
- keiner Abhängigkeit von Plattformanbietern
Langfristig kann das wirtschaftlicher sein.
Fehler 5: Eigene Zeit nicht einpreisen
Zeit ist ein Kostenfaktor, der oft unterschätzt wird. Stunden, die in Baukastensysteme investiert werden, fehlen im Kerngeschäft. Wer eine Website erstellen lässt, gewinnt Zeit für das Wesentliche.
Fazit
Die Kosten für eine Unternehmenswebsite hängen stark davon ab, welche Rolle sie im Unternehmen spielen soll. Von der einfachen Präsenzseite bis zur funktionalen Plattform gibt es viele sinnvolle Abstufungen.
Unternehmen, die ihre Website als strategisches Werkzeug verstehen und nicht nur als Pflichtaufgabe, erzielen langfristig den größten Nutzen. Eine professionelle Website ist keine Ausgabe, sondern eine Investition in Sichtbarkeit, Vertrauen und nachhaltiges Wachstum.
