Ein WordPress-Wartungsvertrag ist im Kern ein Service- und Sicherheitsvertrag: Er stellt sicher, dass deine Website technisch stabil läuft, Sicherheitsrisiken minimiert werden und du im Problemfall einen klaren Ansprechpartner mit definierten Reaktionszeiten hast. Gerade bei geschäftskritischen Websites (Leads, Buchungen, Shop) ist Wartung nicht „nice to have“, sondern Teil des Risikomanagements.
Im Folgenden findest du eine praxisnahe Übersicht, was in einem typischen WordPress-Wartungsvertrag stehen sollte – und welche Preisspannen im Markt realistisch sind.
1) Vertragsgegenstand und Geltungsbereich
Was muss klar geregelt sein:
- Welche Instanz(en) betreut werden (Domain(s), Staging, Subsites, Multisite).
- Hosting-Umfang: nur Website/WordPress oder inkl. Hosting/Serverpflege?
- Zugriffe und Zuständigkeiten: Wer stellt Admin-/SFTP-/Hosting-Zugänge bereit, wer darf was ändern?
- Third-Party-Abhängigkeiten: Themes/Plugins von Drittanbietern, Page Builder, API-Integrationen, Zahlungsanbieter, Newsletter-Tools.
Warum wichtig: Ohne sauberen Scope endet Wartung schnell in Missverständnissen („Das war doch inklusive…“).
2) Update-Management (Core, Plugins, Theme)
Ein Wartungsvertrag sollte definieren:
- Update-Frequenz (z. B. wöchentlich/monatlich) und Update-Fenster (z. B. außerhalb Business Hours).
- Was wird aktualisiert:
- WordPress Core
- Plugins
- Theme (inkl. Child Theme-Hinweise)
- ggf. PHP-Version/Serverkomponenten (wenn Hosting enthalten ist)
- Test- und Freigabeprozess:
- Updates erst auf Staging?
- Smoke-Tests (Login, Kontaktformular, Checkout, Suche)
- Rollback-Strategie bei Fehlern
Best Practice: „Updates mit Prüfplan“ (Checkliste) – damit ist klar, was nach dem Update wirklich getestet wird.
3) Backups und Restore-Konzept
Backups sind nicht nur „haben wir“, sondern wie und wie schnell man wieder online ist.
Im Vertrag sollten stehen:
- Backup-Häufigkeit (täglich/wöchentlich) und Retention (z. B. 14/30/90 Tage).
- Backup-Typ: Dateisystem + Datenbank, idealerweise inkrementell.
- Backup-Ort: extern (z. B. S3/Google Drive) statt nur auf dem Webserver.
- Restore-Leistung:
- Wie schnell wird im Notfall wiederhergestellt?
- Ist ein Restore-Test enthalten (z. B. 1x/Quartal)?
Wichtiger Punkt: „Restore inklusive“ ist häufig limitiert (z. B. 1 Restore/Monat).
4) Security-Leistungen (Sicherheitsstandard)
Typische Security-Bausteine im Wartungsvertrag:
- Malware-/File-Integrity-Scanning
- Hardening (z. B. Login-Schutz, XML-RPC-Regeln, Dateirechte)
- Firewall/WAF-Konzept (Plugin oder Cloudflare/WAF)
- Brute-Force-Schutz / Rate Limiting
- Security-Monitoring & Alerts
- Vulnerability-Management: Bewertung kritischer Plugin-CVEs und schnelle Updates
Optional, aber sinnvoll:
- 2FA-Einführung
- Rollen-/Rechtemanagement
- Sicherheitsreporting (monatlich)
5) Performance-Optimierung (inkl. Core Web Vitals)
Nicht jeder Vertrag umfasst Performance – aber es lohnt sich, es zumindest zu definieren:
- Caching-Setup (Server/Plugin/Cloudflare)
- Bildoptimierung (WebP, Lazy Load, Größen)
- Datenbankpflege (Revisionen, Transients, Autoload-Bloat)
- Core Web Vitals Monitoring (LCP, CLS, INP)
Wichtig: Performance-Optimierung ist oft ein separates Projekt. Im Wartungsvertrag sind eher Monitoring + kleine Optimierungen enthalten.
6) Monitoring und Verfügbarkeit (Uptime)
Ein professioneller Wartungsvertrag enthält:
- Uptime Monitoring (z. B. alle 1–5 Minuten) inkl. Benachrichtigung
- Error Monitoring (PHP errors, 500er, JS-Fehler – je nach Setup)
- Log-Checks (ggf. serverseitig)
- Definition von „Incident“ und Schweregraden (SEV)
7) Support, Reaktionszeiten und SLAs
Hier trennt sich „Wartung“ von „Agentur-Support“.
Typische Regelungen:
- Support-Kanäle (E-Mail, Ticket, Telefon, Slack)
- Reaktionszeit (z. B. 24h Standard, 4h Premium)
- Servicezeiten (Mo-Fr 9–18 Uhr, optional 24/7)
- Notfall-Regelung (Sicherheitsvorfall, Website down)
Wichtig: Reaktionszeit ≠ Lösungszeit. Beides sollte klar beschrieben sein.
8) Kleine Änderungen vs. Weiterentwicklung
Viele Wartungsverträge enthalten ein Kontingent für „kleine Änderungen“, z. B.:
- Text-/Bildwechsel
- kleine Layout-Korrekturen
- Plugin-Konfigurationen
- Einbau von Tracking-Codes
Best Practice: Definiere, was als „klein“ gilt, z. B.:
- bis X Minuten pro Monat
- oder Y Tickets/Monat
- oder „ohne Design/Feature-Änderung“
Alles darüber ist dann klar separat: Change Requests, neue Templates, neue Funktionen.
9) Dokumentation und Reporting
Sehr sinnvoll im Vertrag:
- Monatlicher Wartungsreport (Updates, Checks, Findings)
- Liste wichtiger Zugänge/Komponenten (ohne Passwörter)
- Changelog für Änderungen
- Empfehlungsliste (z. B. „Plugin X ist EOL, ersetzen“)
Das erhöht Transparenz und macht den Service auditierbar.
10) Rechtliches: Haftung, Gewährleistung, Datenschutz
Typische Punkte:
- Haftungsbegrenzung (üblich, aber sollte fair sein)
- Verantwortung für Inhalte (liegt beim Betreiber)
- Datenschutz/AVV (wenn der Dienstleister Zugriff auf personenbezogene Daten hat)
- Mitwirkungspflichten (Zugänge, Freigaben, Ansprechpartner)
- Kündigungsfristen und Mindestlaufzeit
Was kostet ein WordPress-Wartungsvertrag typischerweise?
Die Kosten hängen stark von Komplexität, Kritikalität und SLA ab. Grob lassen sich drei Klassen unterscheiden:
1) Basis-Wartung (kleine Website, wenig Plugins)
Typisch: Updates, Backups, Security-Basics, kleiner Check
Preis: ca. 19–149 € / Monat
Geeignet für: einfache Unternehmensseiten, Blogs, Landingpages.
2) Business-Wartung (Unternehmensseite mit Leads/Integrationen)
Typisch: Staging-Updates, Monitoring, Report, begrenztes Änderungs-Kontingent
Preis: ca. 150–400 € / Monat
Geeignet für: Websites mit Kontakt-/Lead-Flows, Formularen, Tracking, mehreren Plugins.
3) Premium / Kritisch (Shop, Buchungsplattform, hohe Sichtbarkeit)
Typisch: enges SLA, priorisierte Incident-Bearbeitung, regelmäßige Restore-Tests, stärkere Security/Monitoring
Preis: ca. 400–1.200+ € / Monat
Geeignet für: WooCommerce-Shops, Mitgliederbereiche, Portale, hoch frequentierte Seiten.
Zusatzkosten, die oft separat abgerechnet werden:
- einmaliges Setup/Audit (z. B. 200–1.000 €)
- größere Performance-Optimierungen
- Plugin-Lizenzen (WP Rocket, Imagify, Security Suites)
- Hosting/WAF/CDN (z. B. Cloudflare Pro)
Checkliste: Muss in deinem Vertrag stehen?
Wenn du einen Wartungsvertrag prüfst oder erstellst, achte mindestens auf:
- Update-Frequenz + Staging/Tests + Rollback
- Backup-Plan + Restore-Regeln
- Security-Leistungen + Incident-Prozess
- Monitoring + Reporting
- SLA/Reaktionszeiten
- Umfang „kleine Änderungen“ vs. Projektarbeit
- Laufzeit/Kündigung + Mitwirkungspflichten
Anbieter finden: Worauf du achten solltest
Wenn du einen Anbieter suchst, prüfe:
- Gibt es einen klaren Leistungsumfang (nicht nur „Updates“)?
- Wird auf Staging getestet?
- Gibt es Monitoring + Notfallprozess?
- Bekommst du Reports oder zumindest eine Update-Dokumentation?
- Werden Lösungen wartbar umgesetzt (kein Quick-&-Dirty)?
Wenn du eine saubere, langfristig wartbare WordPress-Betreuung suchst – von Updates über Sicherheitskonzept bis zu strukturierten Verbesserungen – findest du weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten auf unserer Seite zur WordPress Website Erstellung und Wartung.
