PHP ist eine der wichtigsten technischen Grundlagen vieler Websites. Besonders bei Content-Management-Systemen wie WordPress läuft ein großer Teil der Website im Hintergrund auf PHP. Trotzdem wird die PHP-Version häufig über Jahre hinweg nicht aktualisiert.
Das kann langfristig zum Problem werden: Ältere PHP-Versionen erhalten irgendwann keine regulären Sicherheitsupdates mehr, moderne Software setzt neuere Versionen voraus und bei manchen Hosting-Anbietern entstehen zusätzliche Kosten für den Betrieb veralteter PHP-Versionen.
Ein PHP-Upgrade ist deshalb nicht nur eine technische Optimierung, sondern ein wichtiger Bestandteil der Wartung und Absicherung einer Website.
Was ist ein PHP-Upgrade?
Bei einem PHP-Upgrade wird die auf dem Webserver eingesetzte PHP-Version auf eine neuere Version aktualisiert – beispielsweise von PHP 7.4 auf PHP 8.x.
Neue PHP-Versionen bringen unter anderem Sicherheitsverbesserungen, Fehlerbehebungen und technische Optimierungen mit. Gleichzeitig entwickeln sich auch Anwendungen weiter, die PHP verwenden. WordPress, Themes und Plugins werden regelmäßig aktualisiert und setzen mit der Zeit häufig eine neuere PHP-Version voraus.
Ein aktuelles PHP sorgt somit dafür, dass die technische Grundlage der Website nicht unnötig veraltet.
Warum sollte PHP regelmäßig aktualisiert werden?
1. Sicherheit
Ein wesentlicher Grund für ein PHP-Upgrade ist die Sicherheit.
Für ältere PHP-Versionen endet nach einer bestimmten Zeit der reguläre Support. Werden anschließend Sicherheitslücken entdeckt, werden diese unter Umständen nicht mehr durch offizielle Updates behoben.
Das bedeutet nicht automatisch, dass eine Website mit einer alten PHP-Version sofort unsicher ist. Das Risiko steigt jedoch, je länger eine nicht mehr unterstützte Version eingesetzt wird.
Gerade bei öffentlich erreichbaren Websites sollte deshalb darauf geachtet werden, dass die verwendete PHP-Version noch regulär gepflegt wird.
2. Bessere Performance
Neuere PHP-Versionen können gegenüber älteren Versionen deutliche Verbesserungen bei der Ausführung von PHP-Code bieten.
Das kann sich insbesondere bei größeren WordPress-Websites bemerkbar machen. Eine modernere PHP-Version kann dazu beitragen, dass PHP-Anwendungen effizienter arbeiten und der Server weniger Ressourcen für die Verarbeitung benötigt.
Wie groß der tatsächliche Geschwindigkeitsgewinn ausfällt, hängt allerdings von der jeweiligen Website ab. PHP ist nur ein Bestandteil der Gesamtperformance. Auch Hosting, Datenbank, Plugins, Theme, Caching und die Auslieferung von Bildern spielen eine wichtige Rolle.
3. Kompatibilität mit aktueller Software
WordPress selbst sowie Themes und Plugins entwickeln sich ständig weiter. Irgendwann kann eine Softwareversion eine bestimmte ältere PHP-Version nicht mehr unterstützen.
Das betrifft beispielsweise auch WordPress-Themes. Ein Theme, das über längere Zeit nicht aktualisiert wurde, kann unter Umständen Code enthalten, der mit einer neueren PHP-Version nicht mehr korrekt funktioniert. Umgekehrt können moderne Themes und Plugins eine ältere PHP-Version voraussetzen, die der Server nicht mehr unterstützt.
Ein PHP-Upgrade muss daher immer im Zusammenhang mit der gesamten Website betrachtet werden.
Ein PHP-Upgrade ist nicht immer abwärtskompatibel
Ein wichtiger Punkt wird bei PHP-Upgrades häufig unterschätzt: Neuere PHP-Versionen sind nicht in jedem Fall vollständig abwärtskompatibel.
PHP entwickelt sich weiter. Funktionen können veraltet sein, bestimmte Verhaltensweisen können sich ändern und alter oder unsauber programmierter Code kann mit einer neuen PHP-Version Probleme verursachen.
Das kann beispielsweise dazu führen, dass nach einem Upgrade:
- ein WordPress-Theme Fehlermeldungen erzeugt,
- ein Plugin nicht mehr funktioniert,
- bestimmte Funktionen der Website ausfallen,
- Warnungen oder Fehler im Backend erscheinen oder
- die Website im schlimmsten Fall nicht mehr korrekt geladen wird.
Das bedeutet nicht, dass PHP-Upgrades problematisch sind. Es bedeutet vielmehr, dass sie sorgfältig durchgeführt werden sollten.
Besonders WordPress-Themes und Plugins können betroffen sein
Bei WordPress besteht eine Website normalerweise nicht nur aus WordPress selbst. Dazu kommen ein Theme und häufig zahlreiche Plugins.
Jede dieser Komponenten kann eigenen PHP-Code enthalten. Ist dieser Code veraltet oder nicht für die neue PHP-Version ausgelegt, kann ein Upgrade Probleme verursachen.
Ein Beispiel: Eine Website läuft jahrelang mit einer älteren PHP-Version. Das verwendete Theme wurde seit mehreren Jahren nicht mehr aktualisiert und enthält veralteten PHP-Code. Wird der Server anschließend auf eine aktuelle PHP-Version umgestellt, kann dieser Code plötzlich Fehler verursachen.
Deshalb sollte vor einem Upgrade geprüft werden, welche Themes und Plugins eingesetzt werden und ob diese aktuell und mit der gewünschten PHP-Version kompatibel sind.
Bei alten PHP-Versionen können zusätzliche Kosten entstehen
Ein weiterer Grund, ein PHP-Upgrade nicht unnötig aufzuschieben, sind mögliche Zusatzkosten beim Hosting.
Wenn eine PHP-Version offiziell nicht mehr unterstützt wird, bieten manche Hosting-Anbieter für ältere Versionen einen sogenannten Extended Support oder eine vergleichbare kostenpflichtige Unterstützung an.
Damit können Websites zwar weiterhin mit einer alten PHP-Version betrieben werden, der Anbieter muss den zusätzlichen Aufwand für den Betrieb und teilweise auch für die Absicherung dieser veralteten Umgebung jedoch entsprechend berücksichtigen.
Für Website-Betreiber bedeutet das: Wer dauerhaft auf einer alten PHP-Version bleibt, zahlt unter Umständen irgendwann mehr für etwas, das durch ein reguläres Upgrade vermieden werden könnte.
Wie läuft ein PHP-Upgrade sinnvollerweise ab?
Ein PHP-Upgrade sollte nicht einfach blind auf dem Produktivsystem durchgeführt werden. Sinnvoll ist ein strukturiertes Vorgehen.
Zunächst sollte geprüft werden, welche PHP-Version aktuell verwendet wird und welche Version zukünftig eingesetzt werden soll. Anschließend sollten WordPress, Theme und Plugins möglichst auf aktuelle Versionen gebracht und auf ihre Kompatibilität geprüft werden.
Besonders bei älteren Websites empfiehlt sich außerdem eine Sicherung der Dateien und Datenbank. Noch besser ist es, das Upgrade zunächst in einer Test- oder Staging-Umgebung durchzuführen.
Nach der Umstellung sollte die Website gründlich getestet werden. Dazu gehören beispielsweise Startseite, Unterseiten, Kontaktformulare, Login, Shopsysteme und andere wichtige Funktionen.
Erst wenn alles funktioniert, sollte die neue PHP-Version dauerhaft auf dem Produktivsystem eingesetzt werden.
Was passiert, wenn man PHP nicht aktualisiert?
Eine alte PHP-Version führt nicht zwangsläufig sofort zu einem Problem. Eine Website kann durchaus über längere Zeit mit einer veralteten Version funktionieren.
Mit der Zeit entstehen jedoch mehrere Risiken:
- Sicherheitsrisiken: Die verwendete PHP-Version erhält möglicherweise keine regulären Sicherheitsupdates mehr.
- Kompatibilitätsprobleme: Neue WordPress-Versionen, Plugins oder Themes unterstützen die alte PHP-Version eventuell nicht mehr.
- Zusätzliche Kosten: Der Hosting-Anbieter kann für den weiteren Betrieb einer alten PHP-Version Gebühren für Extended Support verlangen.
- Technische Altlasten: Je länger ein Upgrade aufgeschoben wird, desto größer kann der Aufwand werden, wenn später mehrere veraltete Komponenten gleichzeitig aktualisiert werden müssen.
Fazit: PHP-Upgrades gehören zur regelmäßigen Website-Wartung
Ein PHP-Upgrade ist mehr als ein einfacher Versionswechsel auf dem Server. Es betrifft die technische Grundlage einer Website und kann Auswirkungen auf WordPress, Themes, Plugins und individuelle Programmierungen haben.
Trotzdem sollte ein Upgrade nicht unnötig hinausgezögert werden. Aktuelle PHP-Versionen bieten eine bessere Grundlage für Sicherheit, Performance und Kompatibilität und verhindern, dass eine Website zunehmend von veralteter Technik abhängig wird.
Gerade bei WordPress-Websites lohnt es sich deshalb, die PHP-Version regelmäßig zu überprüfen und Updates geplant durchzuführen. So lassen sich mögliche Probleme frühzeitig erkennen und häufig deutlich einfacher beheben, als wenn eine Website erst nach Jahren auf eine aktuelle PHP-Version gebracht werden muss.
Ein professionell durchgeführtes PHP-Upgrade bedeutet daher vor allem eines: Die Website bleibt technisch aktuell, sicherer und langfristig wartbar.
